KirchengemeindeSegeberg

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angedacht: Loslassen

Wenn ich an meinen Sommerurlaub in den Bergen zurückdenke, dann fällt mir ein Witz ein:

„Ein Bergsteiger rutscht plötzlich aus und kann sich gerade noch an einem winzigen Felsvorsprung festhalten. Als seine Kräfte nachlassen, blickt er verzweifelt zum Himmel und fragt:

‚Ist da jemand?’
‚Ja’, ertönt eine Stimme.
‚Was soll ich tun?’, fragt der Bergsteiger.
‚Sprich ein Gebet und lass los.’
Der Bergsteiger nach kurzem Überlegen:
‚Ist da noch jemand?’“

Gleich zur Beruhigung: Mir ist dergleichen nicht passiert. Doch die Erfahrung mit Gott, die in dieser Berggeschichte steckt, die kenne ich auch. Menschen in Not, die keinen Ausweg mehr sehen, greifen als letztem Strohhalm im Gebet nach Gott. Und wenn sie begreifen, dass christlicher Glaube nichts mit der Aufhebung der Schwerkraft zu tun hat, sind sie von Gott enttäuscht oder sehen sie sich oft nach anderen Heilsversprechen um.

Dabei ist der Rat, den die Himmelsstimme gibt, wirklich gut – vielleicht nicht gerade in den Bergen: „Spricht ein Gebet und lass los“. Es geht darum, sich Gott anzuvertrauen, loslassen, sich fallen zu lassen, gelassen zu werden – mit mir selbst und anderen achtsam umzugehen. Natürlich gehört auch das Zupacken zum Glauben. Aber ich weiß, dass ich nicht immer alles selbst im Griff haben kann.

„Spricht ein Gebet und lass los“ - das hilft dabei, auch nach dem Urlaub aufzuatmen und entspannt in den Alltag zu gehen.

Rebecca Lenz