KirchengemeindeSegeberg

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angedacht

Weihnachten – das Sehnsuchtsfest.

Kaum ein Fest, dass wir so akribisch vorbereiten und mit Erwartungen versehen wie das Weihnachtsfest. Kinder gestalten ihren Wunschzettel, wir Erwachsenen planen und backen, kaufen und schmücken, alles für das große Fest.
Mit einer gehörigen Portion Sehnsucht im Herzen. Dazu gehören Erinnerungen aus längst vergangener Zeit – wie schön war das damals! Und auch heute möge es gut werden! Dazu gehört auch die alte Weihnachtsgeschichte, die für viele nicht fehlen darf und die unserer Sehnsucht Nahrung gibt. Wir hören, dass mitten in unserer Welt etwas Wunderbares vor sich geht, das diese Welt durchbricht, überraschenderweise. Dass sich die Dinge zum Guten entwickeln. Dass tatsächlich, so scheint es zumindest in dieser alten Erzählung, ein tiefer Friede herrscht, wenn auch nur für einen Augenblick. Das möge sich bei uns doch auch bewahrheiten!
Und wir bekommen eine Ahnung davon, wie unser Leben eigentlich sein soll. Nicht das Kleinklein unseres Alltags soll uns bestimmen, nicht die Suche nach Ablenkung und Zerstreuung. Nicht die Karriere oder das nächstgrößere Auto soll das Ziel all unserer Wünsche sein, sondern etwas ganz anderes.
Wir tragen alle in uns den großen Wunsch nach Heil und Leben, nach dem Ganzsein, nach Güte, nach Freundlichkeit, nach Liebe. Das Kind im Stall von Bethlehem hat etwas Grundlegendes zu sagen über unser eigenes Leben, weil es uns das Leben selber vorgelebt hat. Und weil es das Leben ist, das Gott für uns gewählt hat. Vielleicht spüren wir an diesem Fest ganz besonders, wie einfach, oder soll ich sagen: wie schlicht unser Leben nur zu sein braucht, um doch Tiefe und Erfüllung zu empfinden. Wir ahnen, dass dieses Fest uns zum Leben führen will. Ja, es soll selber Ausdruck dieses Lebens sein.
Seit Weihnachten haben wir eine Ahnung davon, wie Gott uns gemeint hat, wie er sich uns in diesem Kind an die Seite stellt, wie er das Leben in Fülle für uns will mit Tiefgang und Vertrauen und Liebe und Frieden.
Davon kommen wir nicht mehr los. Diese Sehnsucht ist seit Weihnachten in unsere Herzen gepflanzt.

Gerhard Pfau

Bildnachweis:Pixabay free winter3193253_1920