Einfach da
Die Kirchentür steht offen.
Eingeladen.
Ich trete in die dunkelbunte Stille.
Lichtstreifen
fallen auf den ausgetretenen Sandsteinboden.
Die Bänke sind menschen-leer.
Kein Orgelklang. Kein Gesang.
Keine Worte.
Ich höre meine Schritte
und das leise Knarzen der Bank
als ich mich setze.
Einfach da sein.
Schweigen.
Einatmen und aus.
Ein und aus.
Der Herzschlag wird ruhiger und ich.
Ich schaue nach oben.
Da hängt er.
Wir sind allein. Wir zwei.
Wie es ihm geht, frage ich ihn.
Tag für Tag und Nacht am Kreuz.
Auch nach Ostern.
Nach der Auferstehung.
Eigentlich dürfte er doch gar nicht hier hängen.
Das Haupt leicht geneigt
blickt er nach unten.
Schaut mich an.
Sieht mich so, wie ich bin.
Findet mich.
Berührt mein Herz.
Und ich meine,
eine leise Stimme zu hören, die sagt:
Deshalb bin ich da.
Pastorin Elke Hoffmann
